Vielen Dank, Olympia!
Da mir ja nicht vorwerfen lassen will, ich hätte die Beteiligten an Olympia nicht ausreichend gewürdigt, werde ich das jetzt nachholen.
Zuerst geht meine Hochachtung an die Organisatoren. Das waren wirklich hübsche Spiele! Keine hässlichen Filmaufnahmen, keine demonstrierenden Selbstdenker, keine hässlichen Armen: Sie haben wirklich gut sauber gemacht in Ihrer Stadt. "Du bist nichts, Deine Nation ist alles!" Mit so viel Idealismus schaffen Sie für begeisterte Besucher eine entspannende Totenruhe auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Mein Glückwunsch!

Überragend auch die Pharmafirmen, die wieder eindrucksvoll bewiesen haben, dass die Wissenschaft hilft, mehr aus dem Menschen rauszuholen, als man sich das früher vorstellen konnte. Die vielen Weltrekorde sind in Wahrheit ihr Verdienst, und dafür gebührt Ihnen Respekt. Forschen Sie weiter, denn das schafft Arbeitsplätze mit Zukunft!

Ein Medikament allein macht allerdings noch keine Goldmedallie wie ein Tropfen Benzin nicht ohne Auto fährt. Erst die Ingenieurskünste der Mediziner schaffen Hochleistungsmaschinen, die einmal mehr unter Beweis gestellt haben, dass Doping eine Kunst ist, die erlernt sein will. Darüber hinaus habe sie es wieder geschafft, den einzigen Arzt von Ihren Apparaten fernzuhalten, den sie wirklich gebrauchen könnten: Den Psychologen, der ihnen vermittelt, warum Jahre harter Arbeit und Invalidität es nicht Wert sind, 60 Sekunden auf einem Treppchen zu stehen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren weiteren Versuchen und, bitte, lassen sie noch einen Kopf am Körper! Den braucht man zum Befestigen der Medaille.

Übrigens könnte man den einsparen und gleichzeitig die stete Kritik am Doping schlagartig abstellen, wenn man statt dumpfer Kraftmeier die Ärzte und Pharmafirmen auszeichnete, die mit ihrer richtungsweisenden Forschung den sportlichen Erfolg überhaupt erst möglich machen.

Natürlich wäre jede Würdigung von Olympia nicht komplett ohne die Hauptakteure zu nennen: Die Funktionäre des Internationalen Olympischen Kommitees! Als im Römischen Reich der Augustische Frieden ausgebrochen war, wäre das Kriegsbeute finanzierte Olympia fast pleite gegangen, wenn König Herodes nicht eine großzügige Spende gegeben hätte. Sie haben wieder einmal bewiesen, dass es beim Geldverdienst keine Grenze gibt, und das Olympia aus eigener Kraft die olympische Idee fortführen kann, die der Gründer der Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, im Hinterkopf hatte: Den Jugendlichen Vorbilder zu körperlichen Ertüchtigung zu geben! Denn, so wusste er, stramme Jungs sind später die besseren Soldaten.

An alle: Vielen, vielen Dank!